Pjotr XSteckbrief: Pjotr X

Jahrgang 1967
Aufgewachsen zwischen Ruhrgebiet und Münsterland
Abschluss als Volkswirt an der Universität Münster
Financial Adviser – Thailandliebhaber - Horrorautor

 

 

 

  

Bei mir zu Hause findet man keine bewusstseinsverändernden Substanzen und auch keinen Folterkeller. Die meisten Jahre meines Lebens habe ich als biederer Anzugträger verbracht. Aber seit jeher hat mich das Extreme gereizt. Ich gebe mich nicht unbedingt mit dem Durchschnitt zufrieden, versuche es mal zu umschreiben: Ein normaler Porno langweilt mich, es sollte schon Gangbang oder Bondage sein. Aber gleich hier betone ich: Es gibt Dinge, die mich ausschließlich in fiktiver Form interessieren. Das heißt, bei den Szenen, die ich beschreibe, handelt es sich nicht um eigene Phantasien zum Ausleben, geschweige denn um irgendetwas, das zum Nachmachen animieren soll.

Persönlich habe ich eine weltoffene Lebensphilosophie. Ich versuche andere Meinungen und vor allem andere Menschen zu akzeptieren. Jeder hat es verdient auf dieser Erde zu leben.

Dem entsprechend erwarte ich auch Akzeptanz für extreme Literatur. Es ist Aufgabe von Kunst, die Realität in ihrer krassen Wahrheit darzustellen. Dazu gehören auch schreckliche Dinge, die in einem irrealen Szenario dargestellt, vielleicht erträglicher sind. Vergessen wir nie, dass die Wirklichkeit viel brutaler ist. Viele unserer Großeltern mussten es im zweiten Weltkrieg am eigenen Leib erleben. Auch in diesem Jahr werden unzählige Menschen in unsinnigen bewaffneten Konflikten sterben, und es verhungern Menschen auf unserem Planeten.

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Warum schreibe ich nun solche Dinge?

Weil es Spaß macht. Beruflich bedingt habe ich lange Zeit kaum gelesen. Ich habe dann gezielt nach Storys gesucht, die in meiner kurzen freien Zeit einen besonderen Kick auslösten. Fündig geworden bin ich auf pornografischen Seiten und in Horrorforen auf denen ‚Extrem’ stand.

Da ich immer gerne geschrieben habe, startete ich selbst einen Versuch mit einer Kurzgeschichte, "Isabels Akt", dessen Feedback mich anspornte weiter solche Dinge zu schreiben. Zunächst habe ich parallel mehrere Ideen aufgegriffen, an denen ich stückweise gearbeitet habe.

Im November 2013 habe ich den ersten Satz zu "USA 2084“ getippt, nun mein erster abgeschlossener Horrorroman.

"Courtney’s Experiment“ wird bald folgen, dessen Anfänge noch vor dem USA-Plot lagen.

Ich will einfach konsequent die Themen ausschöpfen und zu Ende führen. Normalerweise wird ausgeblendet, bevor die Kettensäge angesetzt wird. – Aber sein wir ehrlich: Auch wenn wir erleichtert sein mögen, dass uns das Angedeutete erspart bleibt … neugierig sind wir doch.

Warum gehen Leute zu einem Boxkampf?
Weil sie guten Sport sehen wollen? – Oder wollen sie Blut sehen?

Bei Pjotr X wird nichts ausgeblendet. Ich versuche dabei nicht aus sadistischer Perspektive zu erzählen, sondern meist aus Sicht des Opfers, dessen Gefühlswelt ich bis zum Schluss darstellen möchte.

Ebenso interessieren mich die Handlungsmotive aller Beteiligten. In der realen Welt gibt es meist kein direktes ‚Gut’ und ‚Böse’, deshalb sucht man danach auch vergeblich in meinen Geschichten. Die Figuren sind so, wie sie in ihre Welt geboren wurden. Demnach handeln sie  so, wie sie es gewöhnt sind und für richtig halten.
Mir liegt es fern, große Weltveränderungsszenarien zu kreieren. Dennoch wird der aufmerksame Leser einiges an Anspielungen und auch Gesellschaftskritik entdecken, wenn er genau hinschaut. Aber das muss er nicht unbedingt. In erster Linie sind die Geschichten dazu geschrieben, um zu schockieren und zu erschrecken.

 

 

Ist es legitim solche Geschichten zu schreiben?

Klar, sonst würde es so etwas ja nicht geben. Sicher gibt es ethische und rechtliche Grenzen, die ein Autor einhalten sollte. Leider ist es schwer, die Grenzen zu definieren und auch variieren diese zwischen unterschiedlichen Kulturkreisen. In Deutschland gibt es recht eindeutige Vorgaben für das Verbreiten von Pädophilie und Sodomie. Das ist verboten - gut so.
Bei Gewaltdarstellungen wird die Abwägung zwischen künstlerischer Freiheit und Zensur bereits schwieriger.

Das ist nun meine persönliche Meinung: Grundsätzlich sollte der künstlerischen Freiheit maximaler Freiraum geboten sein, wobei man gewisse Einschränkungen akzeptieren sollte. Zum Beispiel wenn die künstlerische Freiheit missbraucht wird, um persönliche oder politische Hassbotschaften auszusenden. Erst recht, wenn konkrete Aufforderungen zu Straftaten darin enthalten sind.

Fiktive belletristische Handlungen beinhalten in der Regel solche Botschaften nicht. Deshalb sollte hier die Phantasie möglichst nicht eingeschränkt werden. Die Gedanken sind frei, heißt es ja so schön. Diese können letztendlich nicht verboten oder ausgelöscht werden.

Dennoch habe ich mich zu Beginn meiner Aktivität als Horrorautor mit der Legitimationsfrage auseinandergesetzt und lange darüber nachgedacht. Das Ergebnis war eindeutig: Warum soll man nicht solche Geschichten schreiben?

Niemand wird gezwungen ein Buch zu lesen, dessen Inhalt er ablehnt. Nur weil einem selbst etwas nicht gefällt, sollte man anderen nicht den Spaß daran verderben. Das ist ein Verhalten, typisch für Fanatiker und Eiferer, denen man gerne fehlende Weltoffenheit attestiert.

Ein Punkt hat mir jedoch länger zu denken gegeben, nämlich, was ist, wenn jemand tatsächlich etwas aus einer meiner Geschichten in die Tat umsetzt. Natürlich hoffe ich, dass dies nie passieren wird, aber falls doch bin ich mir sicher, mir daran keine Schuld geben zu müssen. Jemand mit entsprechender psychischer Störung wird sicherlich nicht allein durch das Lesen eines Buches zum bestialischen Killer. Da ist dann bereits vorher einiges schief gelaufen.
Genaugenommen ist das Nachahmungsrisiko bei jedem Krimi viel größer, in dem die Idee zum Ausrangieren des Erbonkels oder der Schwiegermutter geliefert werden könnte.

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